Hinterbliebenenansprüche

Beim Ersatz des Beistandsentgangs sind die anspruchsberechtigten Hinterbliebenen (Ehegatte/Kinder) so zu stellen, wie sie stünden, wenn der Getötete seine Beistandsleistung erbracht hätte. Die Hinterbliebenen haben sowohl Anspruch auf den Einkommensausfall als auch auf die vom Getöteten erbrachten Dienstleistungen (zB.Haushaltsführung, Kinderbetreuung, Arbeitsleistungen für Haus- Garten, Wohnungsinstandhaltung).

Die anspruchsberechtigten Hinterbliebenen (Ehegatte, Kinder) sind vom Schädiger finanziell also in die Lage zu versetzen, sich wirtschaftlich gleichwertige Dienste verschaffen zu können. Hinsichtlich der Kosten einer Ersatzkraft ist nicht von deren Nettoverdienst, sondern von den Bruttokosten auszugehen.

Beispiel
Bei einem Schadenfall wird der Ehemann und Vater zweier unterhaltspflichtiger Kinder tödlich verletzt. Die Familie bewohnt ein Eigenheim mit Garten. Durch sein handwerkliches Geschick war dem Getöteten das Verrichten aller im Haus üblicherweise anfallenden Reparatur- und sonstiger Instandhaltungsarbeiten möglich. Auch die Gestaltung und Pflege des Gartens fiel in seinen Zuständigkeitsbereich. Zudem führte er einen Großteil der Hausfertigstellungsarbeiten (Wege pflastern, Wände spachteln/malen, Fliesen legen, etc) selbst durch. Dahingehend sind noch viele Arbeiten zu erledigen. Sein Ableben führt zwar zur Gewährung von Witwen-/Waisenpensionen, deren Höhen bleiben aber deutlich vom Aktiveinkommen zurück.

Neben seinen weggefallenen Beitrag zum Familieneinkommen haben die Hinterbliebenen auch Anspruch auf jene Kosten, die Ersatzarbeitskräfte für die Erledigung der ansonsten vom Verstorbenen verrichteten Arbeiten verursachen. Eine tatsächliche Beschäftigung oder Bezahlung ist dafür nicht erforderlich. Es muss nur ermittelt werden, welches Ausmaß und welchen Wert diese Arbeiten hatten/haben.